Wie stopfe ich das Motivationsloch?

In den Foren zögern viele, ein Fernstudium zu beginnen, weil sie Angst haben, dass Schule und Erststudium schon zu lange hinter Ihnen liegen könnten, um noch einmal mit dem Lernen anzufangen.

Ich habe erst im Februar aufgehört zu studieren und ich tue mich schon jetzt am Anfang immer wieder schwer damit, mich selbst zu motivieren. Ich arbeite erst seit kurzem in “Vollzeit” und der neue Tagesrhythmus ist noch ein wenig ungewohnt. Im Studium habe ich viel abends und nachts gelernt oder gelesen, viele Präsentationen sind in den frühen Morgenstunden entstanden, weil ich oft dann erst richtig zur Ruhe gekommen bin. – Das geht jetzt nicht mehr.

Wenn eine Bibliothekarin nicht weiter weiss, dann recherchiert sie – also habe ich mir erst einmal bei fernstudium-infos.de und im Internet ein paar Tipps und Links zum Thema Motivation zusammengesucht:

Gefunden habe ich zwei Podcasts (tatsächlich meine erste Begegnung mit diesem Medium):

Sowie eine ganze Reihe interessanter Tipps:

  • Rituale schaffen: ich versuche mich mit bestimmten Dingen auf das Lernen einzustimmen, ich räume ein wenig auf, ich mache mir eine Kanne Tee und lege meine Lern- und Schreibmaterialien zurecht…
  • Teilziele setzen: ich versuche nicht immer das große Ganze zu sehen, denn das ist mir grade zu viel, sondern taste mich langsam voran. Ich versuche mit kleine Teilziele zu setzen, die ich dann noch relativ leicht überbieten kann.
    Ich habe auch zweimal versucht einen Zeitplan zu erstellen, aber es fällt mir sehr schwer, da ich mein eigenes Lerntempo momentan noch sehr schwer einschätzen kann.
  • Weg-von-hin-zu-Motivation: ich überlege mir, mit was ich mich für ein erreichtes Teilziel belohnen könnte, aber auch eine Art “Bestrafung”, falls ich es nicht schaffe. Belohnungen sind z.B. eine Anschaffung von meiner persönlichen Wunschliste, ein Kapitel in meinem neuen Buch lesen oder einen besonderen Film sehen. Die Weg-von-Seite ist bisher noch etwas spärlich besetzt.
  • Feste Lesezeiten: ich habe gelesen das viele Fernstudenten die Zeit in den öffentlichen Verkehrsmiteln nutzen, um Studienbriefe und Materialien zu lesen. Diese Möglichkeit habe ich leider nicht – der Weg ist zu kurz und auf dem Fahrrad liest es sich schlecht. Momentan versuche ich eine abendliche Lesezeit einzuführen, und es klappt auch ganz gut. Schon im Studium habe ich gemerkt, dass ich mich an Dinge, die ich direkt vor dem schlafen gehen lese, am nächsten morgen sehr gut erinnern kann.
    Längerfristig will ich versuchen, auch morgends vor der Arbeit noch etwas zu lesen oder zumindest die Multiple-Choice-Tests zu den am Abend zuvor gelesenen Kapiteln zu machen.
  • Vision wiederbeleben: einige Tage war ich in einem richtigen Motivationloch, jetzt geht es wieder aufwärts, weil meine Neugier wieder erwacht ist. Außerdem habe ich eine ganz hilfreiche Liste, auf der ich festgehalten habe, warum ich das Fernstudium eigentlich mache. Mich daran zu erinnern und auch mal gezielt loszulassen und einen entspannten Abend ohne Fernstudium und schlechtes Gewissen zu verbringen, hat mir etwas geholfen.

Das waren soweit einmal meine persönlichen “Rechercheergebnisse”. Ich versuche zu adaptieren, was mir sinnig erscheint und hoffe, dass ich dadurch jetzt etwas mehr Regelmäßigkeit im Lernen erreiche und besser vorwärts komme.

Ende September ist der erste Prüfungstermin… ich bin schon ein wenig spät dran, aber Ziel ist bis dahin zwei Module durchgearbeitet zu haben. Damit ich dann auch an den Prüfungen teilnehmen kann, muss außerdem die Tests, Aufgaben und einen Abschlusstest zum Kurs bewältigen.

6 Kommentare »

  1. Fernstudium in Presse und Internet - Fernstudium-Rundschau said,

    Juni 29, 2007 @ 16:03

    [...] dann gibt es noch das brandneue Blog fernstudiertmit Erfahrungen aus dem [...]

  2. Sebastian said,

    Juli 1, 2007 @ 20:52

    Schöne Liste. Klingt auf jeden Fall schonmal besser organisiert, als ich es so bin. Ich bin mir sicher, mit diesen Punkten (und noch etwas mehr) kriegst Du das hin. ;)

  3. Thomas said,

    Juli 3, 2007 @ 21:21

    Hallo,

    schön, ein weiteres Blog zum Thema Fernstudium zu finden – ich habe mir erlaubt, Dich auf meiner Website zu verlinken, auf daß ich Dir ein paar Besucher anspüle.

    Medieninformatik wäre auch absolut mein Ding gewesen, jedoch war ich aus verschiedenen Gründen auf die Fernuni Hagen fixiert. An der FOM gibt es diesen Studiengang auch, und die Mischung der Kurse ist absolut attraktiv.
    In diesem Sinne viel Spaß!

    Thomas

    Hallo Thomas, ich hab dein Blog auch schon entdeckt ;) Ich hoffe ich komme in den nächsten Tagen dazu eine kleine Linkliste zu erstellen. Und viele Dank für den netten Kommentar :)

  4. Fernstudium said,

    Juli 29, 2007 @ 15:49

    Hi,

    Deine Liste finde ich sehr gut. Ich selber habe auch immer Probleme mit der Motivation. Den Tipp mit den Teilzielen wende ich ebenfalls immer an, habe am Anfang immer den Fehler gemacht die Ziele zu hoch anzusetzen, dann kommt man wieder in den Stress dieses Ziel erreichen zu müssen und die Motivation leidet wieder. Das beste ist wirklich kleine Ziele, strategisch bis zur Prüfung auszuarbeiten, dann fängt es an Spass zu machen, da man die Ziele immer gut erreicht.
    Ein weiterer Tipp: Nie daheim lernen. Für das Lernen packe ich immer alle Sachen zum Lernen ein und fahre in die Bibliothek der Uni (ich habe den Vorteil, dass ich in einer Universitätsstadt wohne) in meinem Ort und setzte mich dort in einen Lesesaal. Der Vorteil ist, dass man nichts anders machen kann ausser zu lernen, man kennt dort keine Leute, man kann nicht telefonieren oder ins Internet und man kann nicht irgendwelche Sachen putzen oder die CD-Sammlung alphabetisch rückwärts sortieren ;-) Oder kurz gesagt dort gibt es keine Ablenkungn, funktioniert bei mir am besten. Und man muss ja nicht an der jeweiligen Uni studiueren um sich dort in die Bibliothek zu setzen.

    Grüsse und ich freue mich auf weitere spannende Artikel.

  5. Fernstudium BWL said,

    April 15, 2008 @ 18:57

    Hallo,

    also ich finde zuhause lernen schon wichtig. Ich kann in U-Bahnen usw viel schlechter Stoff aufnehmen als zuhause. Auch in Bibliotheken fällt mir das schwerer. Ich finde es gut einen richtigen Lernplatz zu haben an den man sich zurückziehen kann. Dadurch fällt das aufhören dann auch leichter, man ist nicht ständig von den Lernmaterialien umgeben und kann auch mal abschalten. Dadurch ist man nicht so leicht genervt von dem Ganzen.
    Belohnung finde ich auch wichtig. Wenn man wirklich eine größere Etappe, wie ein Studienheft geschafft hat, sollte man sich auch mal eine Pause gönnen um wieder Kraft zu tanken.

    Alles Gute Andrea

  6. Vanessa said,

    Mai 26, 2009 @ 13:27

    Hallo,
    deine Tipps klingen schon mal gut: Man braucht einfach kleine Erfolgserlebnisse um voran zu kommen, deswegen „belohne“ dich auch ruhig, nachdem du eine bestimmtes „Zwischenziel“ erreicht hast, z.B. mit einem Treffen mit den Freunden, einem Spazierganz etc. dies stärk die Motivation und bringt dir neue Kräfte!

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